4 Rituale für sensitive Menschen gegen Reizüberflutung

In diesem Beitrag möchte ich dir gerne vier Rituale für sensitive Menschen vorstellen, die ich nach einer Zeit von konstanter Reizüberflutung in meinem Leben integriert habe.

Dadurch habe ich wieder mehr zu mir gefunden, und besser gespürt, was mir gut tut, was ich wirklich möchte, welche Ziele ich in nächster Zeit wirklich verfolgen wollte, und was ich besser hinten anstelle.

Eine innere Zentriertheit, ein gutes Körpergefühl, ein wiederkehrender Zustand von Gelassenheit, und ein scharfer Geist sind für mich und andere sensitive Menschen unerlässlich, um mich meinen Herausforderungen und Themen zu stellen, und ein Leben zu leben, das selbstbestimmt und herzlich ist.

 

Fangen wir gleich mit dem ersten Ritual an, das absolut einfach ist, und großartige Ergebnisse bringt.

Ritual für sensitive Menschen Nr.1: Trataka

Bevor ich mit Trataka angefangen habe, fingen meine Augen im Alltag leicht zu tränen an, etwa bei Wind oder wenn ich besonders reizüberladen war, besonders im Winter. Fast so als wollten sie sich selbst reinigen. Das war teilweise sehr nervig. Vielleicht kennst du das auch. Seitdem ich Trataka mache, hat das so gut wie aufgehört.

Wenn du Trataka täglich praktizierst förderst du dadurch deinen Schlaf, deine Erholung, deine Intuition und deine Vorstellungskraft. Alles sehr wichtig für uns sensitive Menschen.

Die Übung kommt aus dem Schamanismus. Alles was du für Trataka brauchst ist eine Kerze. Ich nehme ein einfaches Teelicht. Die Kerze deiner Wahl stellst du etwa einen Meter vor dir auf Augenhöhe auf, am Besten nimmst du davor im Schneidersitz oder auf einem Stuhl Platz. (Achte auf eine sichere Unterlage, so dass es nicht zum Brand kommen kann.)

Du kannst dich auch auf dein Bett setzen, wenn du die Übung vor dem Schlafen machst, und die Kerze auf einen Stuhl davor stellen.

Nun beginnst du, ohne zu blinzeln, deinen Blick auf die Kerzenflamme zu fokussieren. Früher oder später werden deine Augen zu Tränen beginnen – das ist gut und Teil der Übung. Das Tränen wirkt reinigend auf deine Augen. Es befreit dich von all den Reizen des Tages und erneuert dich.

Dann schließt du deine Augen. Nach etwas Zeit erscheint nun die Kerzenflamme vor deinem inneren Auge. Halte deine Augen so lange geschlossen und beobachte das Bild, bis es verschwindet. Dann öffne sie wieder, um in die Kerzenflamme zu blicken.

Diesen Wechsel wiederholst du für etwa 15-20 Minuten.

Ich habe diese Übung fest in mein Abendritual eingebaut. Nach dem Trataka ist mein Geist besonders ruhig, was sich sehr gut für eine anschließende geführte Meditation anbietet. Dein Unterbewusstsein wird die Informationen durch den offenen Geist besonders gut integrieren können.

 

Ritual für sensitive Menschen Nr. 2: Suche dir deinen ganz eigenen Ort zur Entspannung in der Natur

Als im Sommer neben meiner Wohnung eine lärmende Baustelle aufgezogen wurde, fing ich an fast täglich raus in die Natur zu fahren. Vorher habe ich regelmäßig im Wald gejoggt, das hat mir aber nicht mehr ausgereicht. Ganz bewusst in die Natur zu gehen und die Ruhe zu suchen, war für mich nochmal eine andere Erfahrung. Ich kann es jedem sensitiven Menschen empfehlen.

Dadurch dass ich so alle Einflüsse von außen mal für ein paar Stunden abschalten konnte, bin ich sehr gut in Kontakt mit mir gekommen. Um mich herum gab es nichts mehr, das rief: „Beschäftige dich mit mir.“ (Telefon währenddessen mal ausschalten.)

Suche dir einen oder mehrere Orte, die du mit Entspannung in Verbindung bringst, und erlaube es dir immer wieder dort zurückzukehren, und deine Gedanken ziehen zu lassen. Es gibt nichts was du jetzt tun musst.

Im Sommer lässt sich das super mit einem Bad im See verbinden. Wie eine Dusche hat ein Bad im See eine reinigende Wirkung, man wird eins mit der Natur. Das habe ich sehr vermisst.

Gepaart mit der Sonne auf der Haut, wird sich dein Akku ganz schnell wieder aufladen, und du wirst ich danach leicht und erfrischt fühlen.

Ritual für sensitive Menschen Nr. 3: Das Abstauben deines Energiefelds

Das Abstauben des Energiefelds ist im Grunde wie ein warmes Bad, das du dir selbst gibst. Ein Bad oder eine Dusche reinigen nicht nur „physisch“, sondern auch den Geist… nach einem Bad fühlt man sich oft wieder klarer, entspannter, als hätte es etwas fortgetragen.

Das Abstauben des Energiefelds hat eine ähnliche Wirkung und funktioniert folgendermaßen:

1. Reibe deine Hände aneinander, bis du eine Wärme zwischen ihnen spürst und fühlst, dass sie geladen sind. Während du das tust, kannst du eine Intention setzen, dich mit dieser Energie in deinen Händen von all dem zu befreien, was in deinem Energiefeld sitzt, und dir nicht mehr von Nutzen ist.

2. Dann schließt du deine Augen und fährst deinen Körper bzw. dein Energiefeld von oben bis unten ab (du brauchst ihn dazu nicht berühren). Dabei wirst du fühlen, wie sich deine Hände aufladen/sich voller anfühlen, als würde all der Müll, den du im Laufe deines Tages aufgesammelt hast, wie zu einem Magneten hingezogen werden, und nun dort anhaften.

Wenn du dabei das Gefühl hast, sie werden zu „voll“, dann schüttle sie kräftig aus und löse so das ganze Zeug von dir. Das Universum wird das, was du von dir schüttelst, auflösen und umwandeln.

3. Wenn du fertig bist, schüttle nochmal kräftig deine Hände aus. Dann kannst du deine Augen öffnen, oder vielleicht möchtest du zuvor nochmal nachspüren und deine Hand auf dein Herz legen. Bedanke dich bei dir selbst und dem Universum, und schließe so die Aufgabe ab.

 

Wie alle solche Übungen, funktionieren sie umso besser, je vertrauerter du damit bist.

 

Ritual für sensitive Menschen Nr. 4: Achtsamer Umgang mit Zucker und Koffein/Teein

Viele der Hochsensiblen, die ich kenne, trinken keinen Kaffee. Bei mir liegt es daran, dass ich mich schnell nervös und unruhig werde.

Da wir als sensitive Menschen sowieso schon sehr wach sind und viele Reize aufnehmen, werden wir dadurch quasi noch mehr in „Alarmbereitschaft“ versetzt und nehmen noch mehr auf, was wiederrum schnell zur totalen Ermüdung führt. Man spürt zwar kurz einen „Rausch“, sinkt dann aber schnell in ein Tief.

Ähnlich ist es mit stark aufputschenden Teesorten, wie Mate Tee oder Matcha.

Ein Tee vor der Meditation kann die Sinne schärfen, oder nach der Meditation genoßen werden, um das Wärmegefühl im Körper besonders tief zu spüren. Dabei achte ich allerdings auf Teesorten, die mich nicht aufputschen, sondern mich gelassen und „wach/aufmerksam“ machen.

Auch viel Zucker, lässt mich zu schnell auf Hochtouren fahren. Ich versuche daher höchstens ein Glas Saft pro Tag zu trinken. Tendenziell ist es eher besser Obst in ursprünglicher Form zu genießen, anstelle von Saft, da man hier dazu neigt nicht mehr zu sich zu nehmen, als der Körper wirklich braucht.

(Bei mit Industriezucker gefüllten Lebensmitteln ist der Effekt natürlich noch viel stärker, als bei Naturprodukten.)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auf lange Zeit gesehen effektiver und fokussierter bin, wenn ich weites gehend auf Zucker verzichte. Mehr als ein oder zwei kleine Äpfel pro Tag sind es selten.

 

Ein Wort zum Schluß an sensitive Menschen

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass einer der Gründe in der Großstadt oft völlig reizüberflutet gewesen zu sein, mein Kampf mit ihr war. Ich habe mich gegen viel gewehrt und war oft schon in Gedanken bei Lösungen, wie ich mich von dem Trubel wieder erhole. Stattdessen wäre es viel leichter gewesen, sich darauf einzulassen.

Wenn wir in der „Weite“ bleiben, eintauchen, nicht kämpfen, sondern zentriert bleiben, und alles durch uns hindurch fließen lassen, macht es keinen großen Unterschied.

Wie das genau geht, sprengt allerdings den Rahmen dieses Artikels. Ich werde darüber in Zukunft noch mehr schreiben, und dir konkrete Tips zur Hand geben.

Um das nicht zu verpassen, kannst du dich in meinen Newsletter für hochsensible Menschen eintragen.

 

Danke fürs Lesen.

 

 

 

 

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